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Fernkloof Nature Reserve PDF Drucken E-Mail

Fernkloof Nature Reserve

Nordöstlich von Hermanus liegt das Fernkloof Nature Reserve. Es bietet einen schönen Querschnitt der Kapflora und lädt ein zum Wandern, Angeln und Wassersport.


Image Auf der Wanderung durch das Fernkloof Reservat lernen Sie zahlreiche Pflanzen kennen, darunter hauptsächlich Vertreter der Ericaceae, Asteraceae sowie der Proteaceae, deren eindrucksvolle Blütenstände bei uns häufig in Blumenläden zu finden sind. Die Familie der Proteaceen ist mit zahlreichen Gattungen im Fynbos vertreten, darunter Protea, Leucospermum, Leucadendron und Mimetes. Besonders interessant ist die unscheinbare Protea cordata. Ihre kleinen Blüten sitzen ganz nahe am Boden, um sie ihren ungewöhnlichen Bestäubern, den Mäusen, zugänglich zu machen. Eine der wenigen pharmazeutisch relevanten Fynbos-Pflanzen ist der "Sugar-Bush", Protea repens. Aus seinem Nektar wird ein Zuckersirup hergestellt, der traditionell als Hustenmittel Anwendung findet. Schon vor sehr langer Zeit wurden Fynbos-Pflanzen von den ursprünglichen Bewohnern der Region, den San und Khoi, als Nahrungs- und Arznei-Pflanzen eingesetzt. Ein Großteil ihres Wissens ist jedoch inzwischen leider verloren gegangen. In jüngster Zeit hat das Interesse an der Fynbos-Vegetation wieder stark zugenommen und man versucht, die Zusammenhänge in diesem besonderen Ökosystem besser zu verstehen, nicht zuletzt um das Gebiet langfristig schützen zu können.


Der Lebensraum des Fynbos ist geprägt durch nährstoffarme Böden, ein Klima mit Winterregen und regelmäßige Feuer. Die Bedeutung des Feuers für die Vegetation ist jedoch lange Zeit unterschätzt worden. Dies wird vielleicht am Besten am Beispiel der Marsch-Rose (Orothamnus zeyheri, Proteaceae) deutlich. Die seltene Pflanze galt schon fast als ausgestorben, als man in den sechziger Jahren mit ernsthaften Schutzmaßnahmen begann. Hierzu gehörte insbesondere das Verhindern von jeglichen Bränden in ihrem kleinen Verbreitungsgebiet, was jedoch zu einem noch weiteren Rückgang der Individuenzahl führte. Erst als man 1968 auf einem ungewollt abgebrannten Stück Boden neue Keimlinge fand, begann man zu verstehen, daß das Ausbleiben des Feuers die eigentliche Ursache für den Rückgang der Marsch-Rose war. So keimen viele Samen von Fynbos-Pflanzen, die zahlreich in der Samenbank des Bodens vertreten sind, erst aus, wenn die jungen Pflänzchen auf dem freigebrannten Boden mit seiner nährstoffreichen Asche optimale Wuchsbedingungen vorfinden.


Es gibt sieben endemische Pflanzenfamilien im Fynbos, die Bruniaceae, Grubbiaceae, Lanariaceae, Peneaceae, Retziaceae, Stilbaceae und die Roridulaceae. Zu den Roridulaceen gehören nur zwei Arten, von denen eine, Roridula gorgonias, auch im Fernkloof Reservat vorkommt. Mit ihren drüsenbesetzten Blättern, deren Sekret dem Insektenfang dient, ähnelt diese Pflanze den carnivoren Sonnentau-Gewächsen (Drosera sp.). Ihre Strategie ist jedoch komplizierter als die des Sonnentaus: R. gorgonias ernährt mit den erbeuteten Insekten zunächst einen mit ihr in enger Symbiose lebenden Käfer (Pameridea roridulae) und kann erst dessen Kot als Stickstoffquelle nutzen. Eine ungewöhnliche Anpassung, um die Nährstoffarmut des Bodens zu überwinden.

 

Image Der Fynbos ist stark gefährdet, und man schätzt, dass diese einzigartige Vegetation ohne menschliche Hilfe in etwa 100 Jahren verschwunden wäre. Das Hauptproblem für den Fynbos stellen die Neophyten, die sogenannten "Pest-Plants" dar, meist australische Baumarten, die nach Süd-Afrika eingeführt wurden, um Brenn- und Baumaterial zu liefern. Der hohe Holzbedarf der frühen Siedler konnte durch die einheimische Flora mit ihrem sehr feinen Holz nicht ausreichend gedeckt werden (eine Erklärung für den Ursprung der Bezeichnung Fynbos, "feiner Busch" auf holländisch). Im Fernkloof Nature Reserve bemüht man sich seit vielen Jahren, das ungewollte Ausbreiten der Neophyten, besonders Acacia sp. und Eucalyptus sp., zu unterbinden. Das Problem der Neophyten beschränkt sich nicht nur auf ein einfaches Verdrängen der einheimischen Vegetation. Durch das zusätzliche Holzangebot werden die natürlichen und notwendigen Feuer heißer und dauern länger an als unter normalen Bedingungen. Dies stellt eine direkte Gefahr für viele Fynbos-Arten dar. Sonst feuerresistente Arten verbrennen bei höheren Temperaturen, und die empfindliche und für die Vegetation so wichtige Samenbank im Boden wird vernichtet. Um die Neophyten zu bekämpfen, werden Schädlinge aus den Ursprungsländern nach Südafrika eingeführt, sofern gesichert ist, dass sie der natürlichen Fynbos-Vegetation nicht schaden. Da die biologische Bekämpfung jedoch keine hundertprozentige Vernichtung der Pest-Plants ermöglicht, werden stellenweise auch chemische Mittel eingesetzt, und in regelmäßigen Abständen werden einzelne Pflanzen manuell entfernt.            ©gb2003

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